Revolution der kleinen Leute

„Der weise Mann kämpft nicht. Somit kann ihn niemand besiegen.“ Laotse (glaube ich…)

Die Präsidentschaftswahl im Herbst 2018 hat die brasilianische Bevölkerung gespalten.

Der konservative Teil erhofft sich durch den Präsidenten Bolsonario eine Reduzierung der Kriminalität, weniger Drogenprobleme und eine wirtschaftliche Stabilisierung des Landes.

Der andere Teil befürchtet eine Militärdiktatur. Interessanter Weise können beide Recht haben, denn Amerika hat Brasilien noch vor dem Ausgang der Wahl 96 gepanzerte Fahrzeuge zur „Landesverteidigung“ geschenkt.

Aber wer soll Brasilien angreifen?

Nach dem Amtsantritt hat sich Bolsonario erst mal zwölf gepanzerte Limousinen zugelegt, ein Hinweis darauf, wo er seine Gegner vermutet…

Doch in einem kleinen Dorf in den Bergen zwischen São Paulo und Rio de Janeiro spüren die Bewohner die tiefe Wahrheit in den Worten Laotses.

 

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Odin wacht über das Sanktuario

Mein kleiner schwarzer Mäusefänger brauchte noch einen Namen. Für den Ausgleich für all die Christlichen und Hinduistischen Namen in meinem sozialen Umfeld wollte ich etwas aus dem germanischen Bereich haben.

Mein erster Gedanke war Thor. So, wie Thor immer wieder nach Jotunheim zog, um Riesen zu töten, so sollte der kleine Kater schließlich auch Mäuse fangen, um die Kräfte des Chaos im Zaum halten.

Aber spätestens seit irgendwelchen Hollywood Filmen heißt hier jeder noch so stumpfsinnige Kampfhundmischling Thor…

Außerdem habe ich festgestellt, dass der Kater über weit mehr Fähigkeiten als nur Kämpfenverfügt.

Er liebt es, mit Jiva und Wunja verstecken zu spielen und sie an der Nase herumzuführen.

Spielen mit der großen Schwester

Mit seinen großen Augen scheint er jedes Detail der neuen Umgebung aufzusaugen und jeder Winkel wird vorsichtig erkundet.

Außerdem ist er total verschmust und hat regelrechte Rituale für mich entwickelt, die ich vor dem Einschlafen über mich ergehen lassen muss.

Schnurrend über das Gesicht laufen, links neben den Kopf legen, „Miau!“ rufen, über das Gesicht zurück laufen, rechts hinlegen, „Miau!“ rufen, dann schnurrend auf dem Hals liegen bleiben, bis es weiter runter zum Brustkorb geht.

Ich warte nur noch drauf, dass er mit einer Trommel um mich herum rennt.

Am dritten Tag hat er die erste Maus erwischt, also ist er sich zum Kämpfen nicht zu schade.

Da er an einem Ort, an dem das Töten von Tieren unerwünscht ist, die Genehmigung dazu hat, und somit quasi eine Schattenfunktion übernimmt, stand kurzfristig der Name Loki zu Diskussion. Aber der Archetyp Loki wird dem gesamten Umfang des Katers nicht gerecht.

Ich habe die Problematik der Fragestellung mit in die letzte Ayahuasca Zeremonie genommen, seitdem heißt der Kater Odin.

Odin ist der Wanderer und der Gott der Gastfreundschaft. Der Gott der Dichtkunst und der des Krieges. 

Er ist die Vereinigung der Gegensätze und somit vollkommene Harmonie.

Es erscheint mir momentan noch ein wenig unpassend, den kleinen, tapsigen Kerl Odin zu nennen. Doch in der Zukunft wird er in seiner Festung Astgard sitzen, die ich ihm gebaut habe, und über das Geschick des Sanktuarios wachen.

Die zwei Wölfe Jiva und Wunja hat er schon. Der alte Odin hat sein gesamtes Essen den Wölfen Geri und Freki überlassen, und sich nur von Wein und Met ernährt.

Passender Weise hat Wunja die Entsorgung der „gefallenen“ Mäuse übernommen.

Bin gespannt, wann die zwei Raben kommen…

Mäusefänger

Vor einiger Zeit hat mich meine Yogalehrerin Crystal gefragt, ob ich ihr helfen könne, eine schwangere Katze auf einem Bauhof einzufangen und in Sicherheit zu bringen. Sicherheit für Tiere bedeutet in Cunha die Tierauffangstation „Santuario Pacha Mama“, das privat von Maura und ihrem Mann betrieben wird.

Leider konnten wir das Tier an diesem Tag nicht finden.

Später erfuhr ich aber, dass sie die Katze gefunden, gefangen und abgeliefert hat. Zusammen mit der Versicherung, dass einer des Nachwuchses für mich reserviert wird, da ich immer noch meine nagenden Untermieter habe.

Nun war es so weit. Drei der kleinen Katzen hat Crystal privat vermitteln können. Eine davon war für mich.

Wer wird dein Herzblatt? Die schwarze Katze, die schwarze Katze oder die schwarze Katze?

Eine Katze, zwei Kater warteten in ihrem Haus in der Garage. Die kleine Katze sprang sofort unter das Bett, ein Kater stellte sich schützend vor sie, der andere lief recht selbstbewusst durch die Garage und versteckte sich unter einem Tisch.

Er war mir irgendwie sympathisch und als wir ihn einfange wollten, entpuppte er sich als richtiger, kleiner Tiger.

Unsere blutigen Finger überzeugten Crystal und mich, dass wir eher auf Verhandeln setzen sollten.

Tatsächlich klappte es und das kleine, schwarze Monster war in der Transportbox.

Jaguar im Käfig….

Fauchen kann er wie ein Großer, und als Jiva neugierig an der Transportbox schnupperte, sorgte mich kurz die Haltbarkeit der Plastikkiste.

Nun ist es 20:00 Uhr, und er ist erst mal im Badezimmer untergebracht.

Zwei Mal hat er nun miaut, doch immer, wenn ich nach ihm guckte, wurde ich direkt angefaucht. Mal sehen, wie diese Nacht verläuft.

Nach der ersten Nacht habe ich mich entschieden, den Kater draußen zu lassen. Gut alle 10 Minuten hat er miaut… Ich bin zu ihm, habe mit ihm geredet, und alles war gut. Kaum lag ich zugedeckt im Bett, ging es wieder los! Die ganze Nacht durch…

Am nächsten Tag habe ich ihn mit Jiva angefreundet. Jiva liebt Katzen, und ich habe keinerlei Probleme gesehen.

Ein Trick war, dass Jiva versucht hat, ihn mit ihrer Pfote anzustupsen. Leider ist sie in der Beziehung etwas grobmotorisch. Also habe ihre Pfote genommen und den kleinen Kater damit gestreichelt. Nach ca 10 Minuten hat der kleine Versucht, bei Jiva Milch zu trinken, was natürlich nicht geklappt hat.

Hach…

Nun sind sie beste Freunde!

Jiva versucht seitdem immer, ihm in die Beine zu beißen, aber nie mit dem Ziel, ihn zu verletzen. Es ist mehr so ein „Komm! Beweg dich! Du musst groß und stark werden!“

Auch die ungestüme und noch etwas tapsige Wunja hat der kleine Kater ins Herz geschlossen. Nun spielen alle drei Fangen… von der Küche ins Schlafzimmer und wieder zurück.

Nur den Nachbarhund Zorro, der mein Hühnchen Helene gefressen hat, den mag der Miezekater gar nicht.

Zorro kam immer angerannt, wenn er die Katze gesehen hat, und der Kater ist geflüchtet. Dann habe ich Zorro irgendwann heulen gehört. Jetztflüchtet er vor dem Kater…

Die Nächte sind akustisch  ruhiger geworden, allerdings lässt es sich der Kleine nicht nehmen, in meinem Bett und vorzugsweise auf meinem Gesicht zu schlafen…

Dritter Tag – die erste Maus!

Der kleine Kater hat sich unter der Spüle in der Küche versteckt. Jiva stand vor dem Vorhang,der die unschöne Abwasserkonstruktion verdeckt, bis er raus kam, zeigte mir danach aber an, dass da noch etwas ungewohntes ist.

Tatsächlich raschelte es dort. Ich dachte, es sei der leere Sack mit Hundefutter, der sich wieder entfaltet, nachdem der Kater drüber gerannt ist.

Laut Jiva war es etwas anderes. Also sah ich in den Sack hinein und drin saß eine kleine Maus.

Sofort zeigte ich dem Kater seinen neuen Spielgefährten.

Solange die Maus aber im Sack saß, erweckte sie kein großes Interesse. Erst als sie den Fehler machte, und aus dem Sack sprang, um ins Schlafzimmer zu flüchten…

Nun weiß ich, dass der kleine Kater mit tödlicher Präzision teleportieren kann…

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass dieser kleine Kater die Präsenz der starken und selbstbewusste Jiva sowie der unbefangenen, tapsigen und freudigen Wunja sehr gut gebrauchen kann. Auch der nervige Zorro, der Nachbarköter hat seine Aufgabe, um ihn zu einem großartigen Kater zu machen.

Zahnvergleich

Gestatten, Wunja

Anläßlich der Frühlings Tag- und Nachtgleiche gab es wieder eine wunderschöne Daime Zeremonie.

Das Universum überschüttete mich wieder mit Weisheit, doch das Verarbeiten der Informationen führte zu einer fast schlaflosen Nacht, und das Bisschen Schlaf, dass ich fand, wurde von übelsten Träumen geprägt.

Die große Überraschung kam allerdings am nächsten Tag!

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Zivilisationsvergiftung

Das Leben in meiner Einsiedelei hat mir einige Klarheit über mein Wesen und die daraus resultierenden Probleme in meiner Vergangenheit verschafft.

Zum Beispiel meine Abneigung gegen Menschenmassen.

Wenn mich Ein Freund in unserer Jugend immer dazu aufforderte, ihn zu einem Wein- oder Straßenfest zu begleiten, suchte ich immer händeringend Ausreden, was mir jedoch nie wirklich geglückt ist.

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Werkzeuge der Natur

Vor ein paar Monaten hatte ich ein fast ernstzunehmendes Problem mit kleinen und mittleren Nagetieren.

Am Anfang waren es nur ein paar Köttel, die in der Waschküche rumlagen, doch dann war die Wohnung unter mir derart verwüstet, dass ich mich an den Film „Fear and loathing in Las Vegas“ erinnert fühlte.

Höchste Zeit zu handeln.

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Was mache ich eigentlich?

In der letzten Zeit haben mich einige Fragen erreicht, was ich denn nun machen würde.

Da dies der dritte Anlauf ist, diese eigentlich simple Frage zu beantworten, muss ich gestehen, dass es doch nicht sooo simpel ist.

Das Problem ist, dass ich in erster Linie lebe! Und dieses Phänomen ist so komplex, dass ich es bisher nicht verständlich geordnet bekommen habe.

Somit ist das der dritte Versuch, Ordnung in die Antwort zu bekommen.

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