Die Abhängigkeit von der Natur und der Wille zum Tun

Gerade sitze ich am Rechner. Es ist 10:50 am 17. Februar 2016. Die Nacht war stürmisch, das Zelt wackelte und Nele lief unruhig auf der Kunststoffplane, die den Boden bildet, herum. Wackelte das Zelt an einer Ecke etwas mehr, musste sie sofort prüfen, ob alles in Ordnung ist.

Wie immer war ich um 05:50 Uhr wach. Wolken bedeckten den Himmel, es war warm genug, um ohne T-Shirt herumzulaufen, aber es wurde nicht so heiß, wie sonst. Ideal, um das Gelände ein Wenig zu ordnen. Baumaterialien wollte ich sortieren, eine vernünftige Infrastruktur aus dem Durcheinander entwickeln.

Dann, gegen 08:00 Uhr der erste Regen. Mir fällt auf, dass ich meine Regenjacke dem roten Kreuz in Deutschland gespendet habe.


Regen

Also Zeit für organisatorische Maßnahmen. Ich muss ein Bankfach bei der Post einrichten, Fleisch für Nele Kaufen, außerdem ein Flohmittel, da die Arme ein paar lästige Untermieter hat und ich nun eine Räumungsklage umsetze.
Ich will ins Cybercafe, um ein paar Videos auf YouTube hochzuladen, da das mit 3G nich wirklich gut funktioniert. Außerdem muss ich ein paar PFDs ausdrucken und Faxen, damit meine Kreditkarte wieder freigeschaltet wird.

18 km bis Rocha, dafür ist ein Fahrzeug nötig. Also rüber zur Nachbarin, fragen, ob heute jemand nach Rocha fährt.
„Heute fährt keiner, aber morgen.“ da fährt sie selbst, denn dann ist Markt. Gut, denn Gemüse brauche ich auch wieder. Wie ich das dann mit der Post und dem Cybercafe mache, weiß ich noch nicht.
Somit bin ich heute wieder zu Hause, und draußen hat der Regen aufgehört.
Wenn ich heute mit dem Bau der Trockendarre anfange, kann ich morgen noch das Fliegengitter holen. Passt ganz gut.

Das häufige Umpriorisieren in Abhängigkeit von den natürlichen Gegebenheiten fällt mir noch nicht ganz so einfach. Dazu kommt, dass meine vorhandene Infrastruktur außer Baumaßnahmen nicht viele Möglichkeiten bietet.
Meine innere Stimme sagt mir zwar, ich soll mich entspannen, erst mal meine Situation klären und sichern, bevor ich anderes mache, aber dann ist da noch diese „Es gibt noch viel z tun“-Stimme…
Das gute daran, dass man hier so viel Zeit hat ist, dass man ausgiebig die inneren Stimmen erforschen kann. Und dann fallen mir so Sprüche ein wie:

Sorgen lösen keine Probleme in der Zukunft. Sie versauen nur den Moment.

Mal sehen, wie es aussieht, wenn der Tag vorbei ist….

Ein Gedanke zu „Die Abhängigkeit von der Natur und der Wille zum Tun“

  1. Sorgen lösen nie etwas (glaube ich). Sorgen sind die Vertreter der Angst, oder? Doch wozu sind Sie gut? Sie müssen doch auch einen Sinn haben? Vielleicht sollen Sie immer mal wieder erinnern und uns „wach“ halten als Warnfunktion? Ich glaube aber, wir sollten den Sorgen niemals verfallen und zu viel Raum geben, zu schnell ziehen Sie manch Einen in eine Spirale nach unten. Also Finger weg, von diesen Sorgen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.