Alltag II : Wäsche waschen

Irgendwann ist es halt mal soweit. Ich wollte in die Stadt, mit Nele zum Tierarzt, und dabei „vernünftig“ aussehen. Vernünftig bedeutet so gepflegt wie möglich, keinen verwahrlosten Eindruck hinterlassend. Ist das Herrchen gesund, bekommt auch der Hund gute Zuwendung. So meine Theorie.

Die Umsetzung des Planes sah schon andere aus. Alle drei Hosen die ich dabei habe waren alles andere als „gepflegt“. Genau genommen standen sie vor Schmutz, Staub, Lehm und wahrscheinlich noch einigen anderen Dingen, von denen ich nichts weiß.
Na gut, dann nehme ich halt die Arbeitshose. Wenn die schmutzig ist, sieht es nach Fleiß aus. Die Situation der Bekleidung für die obere Körperhälfte stand der der Unteren in nichts nach. Ein Bisschen plantschen im Fluss reicht auf Dauer doch nicht aus. Somit war Waschtag angesagt!

Kochwäsche
Kochwäsche

Die erste Frage galt der Klärung der Rahmenbedingungen:

  1. Bioseife
  2. Flusswasser
  3. Nudelkochtopf
  4. Gasherd
  5. Plastikwanne

läuft doch!

Wäschekoch
Wäschekoch

Nach guter deutscher Hausfrauenart habe ich die Wäsche erst mal nach Bunt- und Kochwäsche sortiert und gruppiert. Bei bewährten kulturellen Errungenschaften bin ich eben doch pingelig.

Dann kam die erste Wäschegruppe in den Topf, Wasser rein und Herd an. Etwas Seife zugegeben und schon nach kurzer Zeit trübte sich das Wasser zusehends. Aus dem milchigen Seifenwasser wurde etwas, was ich schon mal nach sommerlichen Regenfällen in den Rinnsteinen südeuropäischer und asiatischer Großstädten gesehen hatte.
Die mechanische Einwirkung geschah durch Rühren und Stampfen mit Hilfe zweier Kochlöffel. Irgendwann nach Gefühl habe ich das Wasser wieder Mutter Erde übergeben und den Waschgang wiederholt. Nun hatte ich schonmal das Rinnsteinwasser einer nordeuropäischen Großstadt. Dann wurde die Wäsche der Plastikwanne im Garten übergeben, dass Wasser abgegossen und mit frischem Wasser aus dem Fluss nachgespült.

Auswaschen und dann aufhängen
Auswaschen und dann aufhängen

Drei Stunden später waren Buntwäsche, Kochwäsche und meine Yogaklamotten wieder auf der Wäscheleine vereint.

Drei Stunden einfache Arbeit. Arbeit ohne Konzentration, ohne viel Nachdenken, und in Abhängigkeit von den Stampfgeräuschen mit zuweilen meditativem Charakter. Im Anschluss dann das befriedigende Gefühl, wieder etwas Ordnung und Sauberkeit geschaffen zu haben. Es war nicht nur Wäschewaschen. Es war ein Akt der Wertschätzung an die Gegenstände, die mich täglich umhüllen und vor der Witterung und Insekten beschützen.

Künftig lieber "Blüten rein" statt porentief Weiß ....
Künftig lieber „Blüten rein“ statt „porentief Weiß“ ….

Ein Gedanke zu „Alltag II : Wäsche waschen“

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