Das sakrale Zentrum Sierras de Rocha

Viele Menschen erkennen in der Felsformation der Sierras de Rocha die Gestalt einer schlafenden Frau. Im unteren Bauchbereich ist sogar ein kleineres Gesicht, das eines ungeborenen Kindes zu sehen. Die Uruguayer nennen diese Formation „Die schlafende Mutter Erde“.

Wie in allen alten Kulturen ist Mutter Erde nur in Verbindung mit dem Himmlischen zu sehen, weshalb im Westen der Felsformation ein sakrales Zentrum erbaut worden ist, mit dem Ziel, die himmlischen Kräfte mit denen der Erde zu vereinen.

Schlafende Mutter Erde
Schlafende Mutter Erde

Wir machen heute einen Ausflug zum Zentrum der Kultstätte und sehen uns die architektonischen Meisterleistungen der Erbauer an, mit denen sie die übernatürlichen, göttlichen Kräfte würdigten und huldigten.

Das sakrale Zentrum aus der Luft
Das sakrale Zentrum aus der Luft

Majestätisch erhebt sich die grüne Pyramide des Daches als Zeichen der Ordnung des Geistes über die Wildheit der Natur. Hier vereinen sich die unbändige Kraft der Natur und die Klarheit des erwachten menschlichen Geistes zu einem Brennpunkt physischer und spiritueller Energien, deren Schwingungen sich über Äonen weit in das Weltall ausbreiten und die finsteren Gottheiten, die dort in ewiger Kälte ruhen, in ihrem Bann halten.

Der Eingangsbereich


Der Eingang des sakralen Zentrums
Der Eingang des sakralen Zentrums

Direkt am Eingang des Geländes befindet sich aus Holz errichtet die Pyramide der Reinigung. Sie wird von kristallklarem Flusswasser gespeist.
Die Reisenden, Pilger und Priester, die das sakrale Zentrum betreten wollen, müssen sich zunächst von niedrigen Schwingungen und Energien befreien. Das Wasser läuft Richtung Nordwesten ab, also zu den Seiten des Abschieds und der Seite des Lichtes, auf die ich später noch eingehen werde.

Im Hintergrund haben die alten Baumeister ihre Materialien abgelegt und den Altar des Erschaffens errichtet. 
Der rote Thron der Transformation, der den Übergang zur westlichen Seite bildet, soll die Baumeister auch an die Vergänglichkeit all ihres Schaffens und aller Existenz erinnern. Der Thron der Transformation dient aber auch dazu, um Energieformen mit Hilfe des Nordens in andere Zustände zu überführen. Die rote Farbe ist ein Symbol für die in ihm schlummernde Lebensenergie.

Ostseite: Seite des Neubeginns.

Die aufgehende Sonne veranlasst die Menschen zur Annahme, die sei die Himmelsrichtung, in der aller Neuanfang innewohnt. Das sakrale Zentrum befindet sich deshalb auch westlich der „schlafenden Mutter Erde“, denn von Ost nach West war erst die Mutter, dann das Zentrum der Kinder der Erde.

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Der Eingang des Bauwerkes wird von einem goldenen Löwen bewacht, einem Symbol, dass sogar heute noch im fernen China anzutreffen ist.

Der Vorplatz
Der Vorplatz

Der Vorplatz

Hier findet das soziale Zusammenleben der Priesterschaft statt. Der Aufgang der Morgensonne wird mit einem Frühstück und Kaffee gefeiert. Diese Feier geht bis zum Mittag. 
Um die genaue Mittagszeit zu bestimmen, legt sich der Priester in die rote Hängematte. Genau um 12:00 Uhr fällt ein Lichtstrahl durch den Spalt zwischen Pyramidendach und Sonnensegel und erhellt sein Gesicht. Dann ruft der Priester die Mittagsruhe, die Siesta aus.

Anbau von magischen Zier- und Heilpflanzen
Anbau von magischen Zier- und Heilpflanzen

Die Ostseite wird auch für die Aufzucht verschiedenster Planzen genutzt.

Die Westseite: Seite des Abschieds und das Tor zur Vergangenheit

Wenn der Osten dem Anfang geweiht ist, muss der Westen dem Ende entsprechen. Der Westen gilt somit als Seite der Transformation von der physischen Welt zurück in die Geistige, in das Reich unserer Vorfahren und Ahnen.

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An der Westseite haben die Priester all jene Dinge, die sie nicht mehr benötigen, in Dankbarkeit und Respekt abgelegt. Hier liegen sie und transformieren ihre Energien für das Zeitalter des großen Vergessens, dass die jetzige Welt mit dem Reich der Ahnen verbindet. So können die Priester auch nach ihrem Tod auf ihre gewohnten Gegenstände zurückgreifen.

Die Nordseite: Seite des Bewusstseins und der höheren Erkenntnis

Hier auf der südlichen Halbkugel geht die Sonne im Norden auf ihre Wanderschaft. Sie bringt das erhellende Licht und die geistige Klarheit.

Hier werden die heiligen Pflanzen angebaut
Hier werden die heiligen Pflanzen angebaut

Die Priesterschaft hat somit im Norden die Beete und Felder für die Nahrungsmittel angelegt, denn auch hier steht die Verbindung zwischen Mutter Erde und den Kräften des Himmels im Vordergrund. In der Wand des Bauwerkes sind zwei große Öffnungen eingelassen, die die Erkenntnis und die Weisheit ins Innere lassen sollen. Der Schornstein des heiligen Feuers im Innern weist auch Richtung Norden, um die Wünsche und Gebete, die dem Feuer übergeben werden, direkt den himmlischen Energien zu übergeben.

Das heilige Feuer der Nordseite
Das heilige Feuer der Nordseite

Die Südseite: Fluss des Lebens und der Bestimmung

Der Süden: Transformation durch den Fluß des Lebens
Der Süden: Transformation durch den Fluß des Lebens

Die Südseite weist drei Öffnungen für die drei verschiedenen spirituellen Ebenen auf. Die östliche kleine Öffnung rechts versorgt den innenliegenden Bereich, in den die Priesterschaft die heiligen Speisen zubereitet. Der Einfluß des Flusses des Lebens soll sich hier positiv auf die Nahrung auswirken, die von der Pflanze zur Speise verarbeitet wird.
Die östliche Seite steht hier auch wieder für die Neuerschaffung, aus Obst und Gemüse wird heilbringende Medizin.

Die Mittlere Öffnung führt zur Vorratshaltung. Die Priester erschaffen sich somit einen Zustand, in dem die Vorratshaltung zu einem Leben in Fülle und Überfluss führt.
 Die linke Öffnung im Westen führt zur inneren Kammer der Reinigung. Hier erfolgt die bewusste Reinigung des Physischen Körpers und der Abfluss niedriger Energien nach Westen. Die Tür steht als Sinnbild, dass es sich hier um die physikalische Ebene handelt, weshalb eine Fensteröffnung, wie sie für den Geist ausreichend ist, sich hier nicht eignet.

Die Komplexität, die Präzision und die kunstvolle Art und Weise, wie architektonische Meisterleistungen und das spirituelle Weltbild verwoben worden sind, bilden eine einmalige Atmosphäre der Kraft und Harmonie. Es ist nicht zu bezweifeln, dass das sakrale Zentrum der Sierras de Rocha eine überregionale wenn nicht eine weltweite Bedeutung haben muss. Welche Geheimnisse kann ich diesem Bauwerk in den nächsten Monaten meiner Forschungen noch entreißen? Welche segensreiche Erkenntnisse über die Erbauer und uns schlummern im Innern? Wir werden es sehen…

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