Auf nach Brasilien – Take off bis touch down

Wenn ich die letzten 72 Stunden beschreiben wollte, wäre der Blog hier voll.
Ich müsste damit beginnen, dass mich die Mutter meiner letzten Hostelbestzerin zum Flughafen gefahren hat, da sie über eine VW Bulli T1 Replika verfügt, die mein Gepäck, die Hunde und die Kiste für Jiva transportieren kann.

Weiterhin müsste ich erklären, dass die Transporttasche von Nele nicht den IATA Richtlinien entspricht, und die so nicht im Gepäckraum transportiert werden kann.

Ich müsste beschreiben, wie ich im Taxi zum nächsten Einkaufszentrum gefahren bin, um noch eine Plastikkiste zu kaufen und wie die Verkäuferin und ihre Kollegin hilflos versuchten herauszufinden, ob die Kiste für Nele geeignet ist.

Ich müsste den Dialog wiedergeben, den ich mit dem Menschen der Fluggesellschaft geführt habe, um ihm zu erklären, dass ich nun eine Tragetasche zu viel, also ein zweites Gepäckstück habe, und er mir vorgeschlagen hat, sie mit Hilfe eines professionellen Gepäckeinwicklers mit Folie an den Rucksack dranzukleben und dass er dann darauf verzichtet hat, das Gepäckstück zu wiegen (sind wieder gut 30 kg). 40 USD fürs Einwickeln, dafür kein Übergepäck bezahlt.

Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Preise aus dem Büro der Aerolineas Argentinas nicht verbindlich sind, denn am Airport kostet der erste Hund 60 USD, der zweite 120 USD… nichts von wegen über oder unter 23 Kg.
Geflogen bin ich dann Business Class, was mir auch nicht bewusst war. Erst 30 Minuten nach Buenos Aires, dann 2 Stunden Aufenthalt, anschließend 2 Stunden nach Sao Paulo.

Buenos Aires

Die Mädels sind direkt geflogen und haben brav in ihren Kisten auf mich gewartet. In all dem Trubel des Abfluges habe ich das Schlafmittel nicht mehr gefunden, und sie hatten uneingeschränkte Freude am Flug.
In Sao Paulo wurde ich von einem Mitarbeiter des Flughafens in Empfang genommen, der mit mir die Mädels zur Tierärztin gebracht hat. Diese sah sich Jiva in ihrer Kiste an und meinte, ich solle nächstes Mal weniger Schlafmittel geben. Ich nickte stumm…

Die Mädels sind da!

Vor der Tür des Flughafens gibt es einen Schalter für Taxis. Das Taxiunternehmen gehört dem Flughafen. Man sagt am Schalter, wo man hin will und bekommt den Preis genannt. Wahlweise in Reales, US-Dollar oder Euro. Dann wird eine Rechnung ausgedruckt, mit der man sich ein Taxi sucht. Ich bekam ein Großraumtaxi, in das die Mädels in ihren Kisten und mein eingewickelter Rucksack reinpassten.

20 Minuten Fahrt zur Unterkunft, die ich bei AirBnB gebucht hatte. 20 Minuten Schnellstraße, vorbei an Hochhäusern, Hochhäusern und weiteren Hochhäusern. Ich zählte im Geiste das Frankfurter Bankenviertel mit und hörte bei 10 auf. Der Unterschied ist hier, dass die Hochhäuser Wohnhäuser und keine Bürogebäude sind. 11 Millionen Menschen wollen ja irgendwo untergebracht sein.

Hochhäuser

Nachbarschaft
Nachbarschaft
Hochhäuser
Hochhäuser

Das Haus ist sehr angenehm. Ich habe ein eigenes Schlafzimmer, eine Wohnküche und ein Bad. Für 40 USD pro Nacht. Lediglich der laute Fernseher aus dem hinteren Teil des Hauses war etwas störend. Es musste wohl so etwas wie „Brasilien sucht den Superstar“ laufen, denn es wurde gesungen, geklatscht, gejubelt, vorgetragen, eben das volle Entertainment.

Kindergarten
Kindergarten

Heute morgen, wollte mich die Mutter meiner Gastgeberin kennen lernen. Wir unterhielten uns kurz, dann erklärte sie mir, dass im hinteren Teil des Hauses eine Kirche ist. Gestern Abend wurden dort die neuen Führungskräfte nach 8 Monatiger Ausbildung gefeiert. Nichts mit Superstar… oder vielleicht gerade doch?
Sie bat mich, ob sie für meine Reisen beten dürfe, und ob sie mit mir zusammen zu Jesus beten dürfe, damit ich ihm mein Herz öffne.

„Schaden kanns ja nicht“ dachte ich mir. Meine letze Entdeckung in Montevideo am Strand, waren zwei Kartons mit je einem geopferten Huhn. Umbanda soll zwar weiße Magie sein, aber wer weiß das schon so genau….
Somit habe ich einen weiteren Segen erhalten.

Ich bin sehr dankbar für all die Menschen, die mich aus Deutschland oder hier im Abenteuerland spirituell Unterstützen und beschützen, oder mir einfach nur Mut zusprechen. Doch manchmal frage ich mich, bei all dem Guten, das mir mitgegeben wird, was da noch auf mich wartet….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.