2 Wochen Source Temple

Es gibt Menschen, die behaupten, dass wenn man ganz bewusst lebt, die Zeit länger erscheint.
Ich habe die letzten 2 Wochen äußerst bewusst erlebt und sie sind trotzdem wie im Flug vergangen.
Der Source Temple ist eine Art Ahsram, ein Rückzugsort für die spirituelle Entwicklung. Es gibt einen Lehrer, es gibt Schüler, und natürlich ein dickes Buch, in dem die Wahrheit steht.

Das dicke Buch hier heißt „A Course in Miracles“ und ähnlich wie andere dicke Bücher ist es der Autorin Helen Schucman durch die innere, göttlich Stimme diktiert worden.

Das Haupthaus
Das Haupthaus

Im Grunde geht es um Liebe, Vergebung und das Unterlassen von Urteilen.
Die Gemeinschaft hat etwas über 20 Einwohner, einen Lehrer und durchschnittlich 7 Volunteers.
Der Tagesablauf ist recht strikt geregelt, wobei der „Südamerikafaktor“ eine gewisse Flexibilität erforderlich macht.

Werkstatt
Werkstatt

Unumstößlich ist die gemeinschaftliche Arbeitszeit von 08:30 Uhr bis 12:30 Uhr, von Montag bis Freitag.
Ebenso fest ist das Mittagessen ab 13:00 Uhr, was nach dem gemeinschaftlichen Küchenreinigen gegen 14:00 Uhr endet.
Daneben gibt es genug Angebote, die das Leben noch schöner machen. Yoga bzw Chi Gong wird im Wechsel von 06:00 Uhr bis 07:00 Uhr angeboten. Das Nachmittagsprogramm beinhaltet Meditation, verschiedene Therapien, Wandern in der Umgebung bis hin zum Reiten.

Mein Liebling im Fuhrpark
Mein Liebling im Fuhrpark

Die Aufgaben der Volunteers sind recht einfach. Das Gelände ist groß und die Menschen wollen versorgt werden. Somit besteht die Arbeit hauptsächlich aus Reinigen, Landschaftspflege und Gartenarbeit und Kochen.
Mein Job hingegen ist in der Werkstatt. Warten und reparieren, wobei das Warten nichts mit Zeit totschlagen sondern mit Instandhaltung zu tun hat. Es gibt 2 Motorräder, einen VW Bus und einen Toyota „Pritschengeländelaster“, Fahrräder und verschiedene Werkzeuge, die alle schon dem Zahn der Zeit begegnet sind.

Heute habe ich beispielsweise Hobelmesser geschärft, eine Kettensäge und eine Kreissäge repariert. Morgen ist ein neuer Axtstiel dran, und alles, was gerade kaputt geht.

Gelände LKW und Gewächshaus
Gelände LKW und Gewächshaus

Die Menschen haben keine handwerkliche Ausbildung im deutschen Sinn, sondern machen „learning by doing“, wobei in einer spirituellen Gemeinschaft keine sonderlich große Affinität zur Technik herrscht. Einer, der das hat, ist John, der „Chef“ der Werkstatt. Er ist seit 6 Jahren hier und hat die meiste handwerkliche Erfahrung. Aufgrund seines Engagements hat das erste Haus nun einen Rocket Mass Heater bekommen.

Daneben ist „T“ (sprich Ti) eine junge Frau mit japanisch-brasilianischen Wurzeln, die sich vorwiegend um die Holzbearbeitung kümmert. Andere Anwohner werden eingesetzt, wo es gerade nötig ist, genauso, wie die Volunteers.
So wird zusammen gearbeitet, gegessen und die Zeit verbracht.

Die spirituellen Praktiken der Bewohner wirken sich dabei kaum auf die Volunteers aus. Es gibt Veranstaltungen, die offen sind, wie Meditationen und Mantra singen, aber auch geschlossene Veranstaltungen, wo es wohl etwas intimer Nele und Jiva haben natürlich alle Herzen gebrochen und sind überall gerne gesehen. Immer wieder bekomme ich gesagt, wie gut erzogen sie seien und dass sie sich einwandfrei benehmen. Sowas erfüllt mich natürlich mit Mutterstolz 😀

Im Großen und Ganzen ein sehr schöner Flecken Erde mit liebenswerten Menschen und einer Arbeit, die ich gerne mache, um hier sein zu können.

Vom 25.07. bis 31.07. ist der Source Temple für die „transition week“ eine Woche geschlossen, da die Bewohner sich für diese Zeit von der Außenwelt abschotten wollen, um mit erhöhter Intensität an sich zu arbeiten. In dieser Zeit werde ich zu einer Nachbargemeinde namens „Flor del agua“ gehen, und dort arbeiten. mal sehen, wie das dort aussieht…

Ein Gedanke zu „2 Wochen Source Temple“

  1. Ich bin eingeladen worden, die Transition Week im Source Temple zu verbringen. In der 6 Jährigem Geschichte it das das erste Mal, dass ein „Nicht Mitglied“ dabei sein darf. Sogar die zahlenden Anwärter mussten für diese Zeit, die alle 3 Monate stattfindet, das Grundstück verlassen. Darüber hinaus wird mir die Ehre zuteil, bei den Veranstaltungen mit dem Meister persönlich dabei zu sein. Hat es bisher auch noch nicht gegeben…

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