Spirituelles I – Gefühle verwandeln

Bisher habe ich mich recht neutral zu den Praktiken hier im Source Temple geäußert. Nach 4 Wochen aktiver Teilnahme an den Veranstaltungen habe ich beschlossen, meine Erlebnisse und Ergebnisse mitzuteilen. All jenen, für die Persönlichkeitsentwicklung und der Wunsch, ein „besserer Mensch“ zu werden Hokus Pokus ist, steht es frei, weiter zu lesen, sich zu amüsieren oder inspirieren zu lassen.

Grundgedanke

Es gibt viele Menschen, die sich mit dem Thema Glück, Frieden und Liebe beschäftigt haben. Eines meiner Lieblingszitate ist:

Sich zu ärgern ist, wie wenn man Gift nimmt und hofft, dass der andere stirbt.

Der Ärger findet in unserer Gefühlswelt statt und interessiert den anderen, über den wir uns ärgern wahrscheinlich nicht. Ärger ist ein klassisches Eigentor, mit dem wir uns die schönsten Tage versauen können.

Es gilt also, den Ärger, und alle anderen belastenden, negativen Gefühle, loszulassen und zu ersetzen, denn das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern.
Die Veränderung geschieht in drei Schritten:

  1. Gefühle bewusst machen
  2. Verantwortung für die Gefühle übernehmen
  3. Gefühle loslassen und ersetzen

Gefühle bewusst machen

Gefühle bewusst machen bedeutet zu bemerken, was gerade in einem los ist. Es bedeutet nicht, bei Facebook seitenweise zu lamentieren, sondern vorher Abstand zu nehmen, und den unbewussten Drängen nicht nachzugehen. Sich selbst zu beobachten und zu sagen: „wow… da bin ich aber gerade ganz schön angepiekst!“
In diesem Moment verlassen wir die Umschlingung der Emotion und werden zum Beobachter unserer Gefühlswelt.

Verantwortung für die Gefühle übernehmen

Das ist das schwierigste. In unserer Kultur werden wir so erzogen, dass immer die anderen Schuld sind. Wir werden von klein auf in die Opferrolle und in den Zustand der Ohnmacht gedrängt. Die Flüchtlinge sind schuld, die Politiker sind schuld, die Banken sind schuld, die Impfgegner, das Wetter, der Regen, die Sonne… einfach alles. Und wir können nichts dagegen tun.
In solch einem System ist es schwer, sich dem Gedanken zu öffnen, dass man sich selbst irgendwann für ein solches Urteil entschieden hat. Zum Beispiel durch Nachahmung, weil es die Eltern so gemacht haben, oder weil es das Urteil der Gesellschaft ist, zu der man gehören möchte.

Ist man diesbezüglich ehrlich zu sich selbst, verlässt man die Rolle des Opfers und erkennt in sich den Schöpfer. Und als Schöpfer kann man seine Schöpfungen rückgängig machen oder verändern. Der Schöpfer hat die Macht, das zu tun, das Opfer nicht.

Gefühle loslassen und ersetzen

Hat man die Hürde der Verantwortung geschafft, wird es wieder einfacher. Als Schöpfer und Beobachter ist man frei, die Emotion ziehen zu lassen. Mir ist dabei ein schöner Satz begegnet:

„Ich erkenne meinen Gedanken. Ich benötige ihn nicht mehr. Ich ersetze ihn durch ________!“

Das ersetzen ist wichtig, da die Energie, die in der alten Emotion vorhanden war, irgendwo hin muss. Als Schöpfer nimmt man diese Energie zurück und packt sie in eine Emotion, die man stärken möchte. Liebe, Frieden, Verständnis, was auch immer.

Wenn man seinen Fokus auf die eigene Gefühlswelt richtet, um eine Art Hausputz zu machen, wird man reich beschenkt. Man wird mit allem konfrontiert, was man nicht leiden mag.
Das Problem bei der Wahrnehmung ist, dass das wahrnehmende Subjekt sich selbst niemals wahrnehmen kann. Eine Kamera kann sich selbst nicht fotografieren, das Auge kann sich selbst nicht sehen. Es benötigt immer einen Spiegel. Wir selbst können uns nur erkennen, wenn wir einen Spiegel haben. Und dieser Spiegel ist unsere Welt, in der wir leben. Es sind die Menschen, mit denen wir interagieren, es ist die Natur, in der wir uns bewegen, sogar die Werkzeuge, die wir nutzen liefern uns Hinweise auf unseren emotionalen Zustand.

Somit ist das Leben hier zwar äußerlich geprägt von Liebe und Harmonie, Selbstlosigkeit und Verständnis und dem gemeinsamen Streben, mit den eigenen Gefühlen aufzuräumen. Doch im innern ist es harte Arbeit. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt von den höchsten Glücksgefühlen in die dunkelsten Abgründe unseres Selbst.

Um diese Achterbahnfahrt durchzuhalten gibt es verschiedene Techniken, auf die ich in einem anderen Blogbeitrag eingehen will.

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