Das Haus am See

 

Seit einiger Zeit machte ich mir um einige Dinge sorgen. Eins davon war die Frage nach dem „wo kommt das Geld für das Futter her?“
Ich war zwar wieder in Cunha, wo es beim Metzger Fleischabfälle gratis gibt, nur wollte ich den Hunden nicht ihr Futter wegessen.
Also meldete ich mich bei Flor das Aguas, und die ließen mich in ihr „Sanktuarium“, einem Haus, inmitten der Natur.


Eneas, einer der Bewohner von Flor das Aguas hat mich hingebracht, und als erstes luden wir ein paar Sachen aus, die für mich eingekauft worden sind. Mehl, Nudeln, Bohnen, Maismehl, Zucker, Essig, Salz, eine komplette Grundausstattung. Zuzüglich das Obst, dass wir unterwegs noch mitgenommen hatten. Gute 5 Kilo Kaki, eine süße rote Frucht, und etwas ebensoviele Chou-Chous.
Das ist nicht der französische Weißkohl, sondern eine Birnenförmige grüne Frucht, die an einer Ranke wächst. Genau genommen hat sie keinen Eigengeschmack außer „grün“, dafür nimmt sie gerne jeden Geschmack an, den man mit ihr kombiniert. Sie lässt sich roh essen, kochen, frittieren, braten, ein ideales Füllgemüse für alles.

Das Haus besteht aus drei Stockwerken. Der Zugang befindet sich im mittleren Stockwerk, da es Haus am Hang liegt. Unten ist eine kleine 1 Zimmer Wohnung mit Bett und Kamin, sowie eine Werkzeugkammer.
In der Mitte befindet sich die Küche, das Bad und nebenan ein Schlafraum. Der dritte Stock ist noch nicht ausgebaut und gibt somit eine wundervolle, überdachte Aussichtsplattform ab.

Mit dabei sind Chiquita, eine ca 2 jährige Schäferhündin mit neuronalem Leiden. Wenn sie liegt, zuckt immer ein Bein, sowie die Rute, die sie ständig eingeklemmt zwischen den Hinterläufen hält. Da die Rute beim Zucken immer am Bauch reibt, hat sie dort eine nichtverheilende Wunde, ein Überbleibsel der Sterilisation. Muskulär sind die Hinterläufe unterentwickelt und auch beim Laufen erkennt man, dass es Probleme im Bewegungsablauf gibt.

Katze, Maus und Hund, alles kunterbunt….

Morgana ist eine Labradordame, die ungefähr 25 Jahre alt ist. Ihre unteren Schneidezähne sind bis auf das Zahnfleisch abgenutzt, ihre Augen leicht grau verschleiert, und sie hat eine Bronchitis, die genauso massiv wie ihr Köperbau ist. Wäre sie etwas größer, könnte man sie für einen kleinen Bären halten.
Trotz ihrer Atemnot geht sie immer mit spazieren. Dabei röchelt sie so laut, dass ich sie nicht suchen muss. Wenn sie steht, läuft ihr Röcheln im „Standgas“. Wenn sie loslaufen will erhöht sie die Atemfrequenz und wird lauter, ähnlich wie bei einem Traktor, der Gas gibt. Dann irgendwann greift die Kupplung und Morgana setzt sich in Bewegung.

Leider kenne ich den Namen der Katze nicht, aber mit ihr ist es etwas besonderes. Wenn ich mit den Hunden spazieren gehe, ist die Katze dabei. Sie läuft 5 Meter hinterher, und wenn ich gucke, tut sie so, als wäre sie nur zufällig dort.
Natürlich interessier sich auch Jiva für die Katze.
Diese faucht, wenn Jiva zu nahe kommt, dann dreht Jiva ab, um von der anderen Seite wieder zu kommen. Und das ging so den ganzen ersten Tag. Am zweiten Tag ging das Spiel weiter, bis Jiva mit einem blutigen Kratzer auf ihrer Schnüffelnase zu mir kam.
Das Verhältnis der beiden wurde distanzierter, wobei Jiva die war, die auswich.
Am dritten Tag wiederum hatte die Katze eine blutige Stelle auf der Stirn, und die Nase hatte auch was abbekommen. Ich kann nicht sagen, ob es Jiva war, aber das Verhältnis hat sich ein dem wieder geändert.
Wenn die Katze Jiva angefaucht hat, klang es vorher nach „Verpiss dich, sonst…“. Jetzt klingt es mehr nach „Lass mich endlich in Ruhe!“

Dann sind da noch drei Gänse. Es waren wohl mal mehr, bis Chiquita herausgefunden hat, dass man mit ihnen den Hunger stillen kann. Dann haben die Gänse herausgefunden, dass Chiquita nicht schwimmen kann, und alles war wieder gut.

Wer braucht schon Schwäne?

Die Nächte am See sind mit bis zu 5 Grad Celsius recht kühl. Die Temperaturen erreichen am Tag 15-20 Grad, was Einführung mich großartiges Herbstwetter gibt.
Morgens liegt Nebel auf dem See, mittags gibt es blauen Himmel und eine warme Nachmittagssonne scheint bis zum Untergang auf die Dachterrasse.

An Regentagen liegen alle Tiere unter irgendwelchen Überdachungen, und der traditionelle Herd heizt das Haus recht schnell auf.
Ich habe noch keine Ahnung, wie lange ich hier bleiben werde, aber jetzt, nach einer Woche, kann ich sagen, dass es mir sehr gut hier gefällt.

 

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