Tierische Nachbarn – Bernes

 

Der Folgende Artikel informiert über einen für Brasilien typischen Parasiten, wie er bei Tieren und Menschen zu finden und zu entfernen ist.

Ganz unten habe ich ein paar Bilder angefügt.

Ich möchte hier aus der Sicht eines medizinischen Laiens über einen natürlichen Sachverhalt schreiben. Doch auch wenn ich mir größte Mühe gebe, dies unbeschwert zu tun, befürchte ich, dass der Artikel beim Leser einen gewissen Ekel verursachen kann.

Mittlerweile hat sicherlich jeder gemerkt, dass ich ein sehr tierlieber Mensch bin, der durchweg freundlich mit seinen tierischen Nachbarn umgeht.Nun habe ich sogar einer Spezies Unterschlupf gegeben, die ich eigentlich zutiefst ablehne, weil sie dauernd die arme Chiquita plagt.

Die Bernie, eines der „Horrorinsekten“ Südamerikas…

Es ist eine Fliegenart, die ihre Eier unter die Haut anderer Lebewesen legt. Dort entwickeln sie sich zu Maden, die dann irgendwie den Wirtskörper verlassen. Leider konnte ich nie beobachten, was da als Endprodukt rauskommt, da ich sie vorher entfernt habe.

Die Hunde haben ständig welche, und die Diagnose ist einfach. Eine ca. 5 mm durchmessende, kreisrunde, Wunde, mit einer gut ausgeprägten Schwellung, je nach Stadium des Parasiten.  Die Wunde sondert ständig und über Tage hinweg Flüssigkeit, vermutlich Lymphe ab.

Oft liegen mehrere dieser Löcher nebeneinander, Chiquitas Rekord war bei 5 in einer Pfote. Allerdings habe ich hier schon Rinder gesehen, die völlig deformierte Beine hatten, weil alles mit fast hühnerei-großen Schwellungen überzogen war. Ich vermute, dass die Wunde alle möglichen Fliegenarten anlockt, die dann ebenfalls  ihre Eier ablegen.

Aus Morgana, der alten Labradordame, habe ich mal mehr als 15 Minilarven aus einem Loch rausgeholt. Ca einen halben Millimeter durchmessend und fünf Millimeter lang.

Diese Wunden verheilen nicht, solange die Made im Innern lebt. Und da ich jetzt auch die Erfahrung gemacht habe, kann ich sagen, dass die Made das Loch von innen immer wieder öffnet, wenn es verheilen will. Es fühlt sich an, wie das Ziepen, wenn man ein Heftpflaster abreißt, nur sehr punktuell.

Das Heilmittel für Tiere ist ein silbernes Spray, mit allen möglichen Giften und Stoffen gegen Pilze, Parasiten, Entzündungen u.s.w…

Silberspray gegen alles

Das wird auf die Wunde gesprüht, und am nächsten Tag kann man die Made dann mehr oder weniger leicht rausdrücken. 

Die Natur hat die Larve mit Widerhaken ausgestattet. Dadurch kann es schwierig werden, sie rauszudrücken. Man braucht eine Zange, um sie zu ziehen. Leider führt das oft dazu, dass der Wurm zerquetscht wird oder zerreißt, während ein Teil noch im Innern hängt. Wenn das der Fall ist, muss man die Wunde etwas tiefer reinigen, um alles herauszuholen.

Danach kommt wieder das Spray drauf und 2 Tage später ist alles wie neu.

Und wenn das bei Tieren klappt, wird das beim Menschen auch gehen, dachte ich mir…

Ich hatte genau so eine Verletzung, die erst wie ein Mückenstich erschien. Allerdings mit einer ca. 1 cm durchmessenden Schwellung, die sich härter als die eines Mückenstichs angefühlt hat. Nach ein paar Tagen wurde die Schwellung etwas größer und ein kleines, blutendes Loch entstand in der Mitte. Vergleichbar mit dem Biss einer Pferdebremse.

Am Anfang ist alles noch gut…

Ein temporärer Juckreiz entstand, der allerdings nicht störend war. Aber wenn ich gejuckt habe, ist die Schwellung rasant gewachsen und erst nach Stunden wieder abgeklungen.

Nach ca einer Woche Beobachtung ist aber nicht viel passiert. Nur das ständige Siffen hat mir gereicht und ich habe das Spray angewendet. Pflaster drüber, fertig! 

Zwei Tage später hat sich alles beruhigt, und am dritten Tag habe ich mal nachgesehen, was los ist.

Die Wunde war relativ gut verheilt, aber es war zu fühlen, dass unter der Haut etwas war, was da nicht hingehört.

Also Hands-on! Freihandchirurie in Brasilen…

Da mir mein gutes Erste Hilfe Päckchen aus dem Auto geklaut worden ist, musste ich 

mit dem Notfallpack arbeiten.

Ein kleines Schweizer Offiziersmesser, etwas Mull, Wasserstoffperoxyd und Jod.

Die Schärfe des kleine Messers ist fast auf Skalpellniveau und hat das Loch in der Schwellung mühelos geöffnet.

Nach einem Bisschen drücken kam auch schon ein Teil des Würmchens raus. Offensichtlich lebte er nicht mehr, aber trotzdem hing er fest. Auf dem letzten Bild sind die Widerhaken als kreisförmig angeordnete schwarze Stacheln zu sehen. Das dort abgebildete Exemplar habe ich Chiquita entnommen.

Glücklicher Weise hat das Schweizer Offiziersmesser eine Pinzette. Nun ja… was soll ich sagen? Der Wurm wurde angerrissen.

Also das Loch vergrößern und weiter quetschen. Flüssigkeiten von Mensch und Wurm traten aus. Dann machte es plötzlich „Flupp“ und ein 2 cm langes, stark mitgenommenes Würmchen flog durch die Luft und landete auf dem Fußboden.

Ich hoffe mal, dass das der einzige Bewohner des Loches war. Ansonsten wird der Artikel fortgesetzt. Aber trotz intensiver Suche konnte ich keinen weiteren finden.

Zum Abschluss mit Wasserstoffperoxyd auswaschen, mit Jod beträufeln und ein Pflaster drauf.

Fertig!

Fast wie Ölwechsel beim Auto.

Und nebenbei hatte ich sogar die Zeit, ein paar Bilder zu machen:

Bei Chiquita
Schwänzchen in die Höh‘
Ein Bisschen drücken…
Draußen ist er
Leider ein Wenig eingerissen..
Ein Exemplar von Chiquita. Die Widerhaken sind gut zu erkennen

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