Was mache ich eigentlich?

In der letzten Zeit haben mich einige Fragen erreicht, was ich denn nun machen würde.

Da dies der dritte Anlauf ist, diese eigentlich simple Frage zu beantworten, muss ich gestehen, dass es doch nicht sooo simpel ist.

Das Problem ist, dass ich in erster Linie lebe! Und dieses Phänomen ist so komplex, dass ich es bisher nicht verständlich geordnet bekommen habe.

Somit ist das der dritte Versuch, Ordnung in die Antwort zu bekommen.

In der letzten Zeit haben mich einige Fragen erreicht, was ich denn nun machen würde.

Da dies der dritte Anlauf ist, diese eigentlich simple Frage zu beantworten, muss ich gestehen, dass es doch nicht sooo simpel ist.

Das Problem ist, dass ich in erster Linie lebe! Und dieses Phänomen ist so komplex, dass ich es bisher nicht verständlich geordnet bekommen habe.

Somit ist das der dritte Versuch, Ordnung in die Antwort zu bekommen.

Seit ungefähr ein einhalb Jahren sitze ich nun in meinem Haus am See. Diese Zeit ist schwierig zu beschreiben, denn zum einen hat sich nur sehr wenig getan, zum anderen ist viel passiert.

Für mich war es hauptsächlich eine Zeit der inneren Einkehr. 

Diesen Luxus konnte ich mir leisten, weil der verantwortliche Eigentümer es nicht geschafft hat, mir halbwegs vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Spirituelle Leute eben…

Doch das hat sich jetzt geändert.

Es gibt noch einen zweiten Eigentümer, Cleber (wie Kleber), ein Immobilienmakler aus São Paulo. Er hat in der Vergangenheit immer Geld rangeschafft, und dann mehr und mehr festgestellt, dass nichts passiert ist.

Irgendwann ist ihm der Kragen geplatzt und er hat die Organisation übernommen. Da er allerdings in São Paulo wohnt, ist er 150 km weit weg. So braucht er jemanden, der ihn hier vor Ort vertritt.

Das bedeutet, dass ich erst mal sowas wie ein Hausverwalter oder Hausmeister bin. Ich bekomme ein festes „Gehalt“, für das ich 80 Stunden pro Monat arbeiten muss, und alles, was darüber hinaus geht, ist meinerseits freiwillig und wird stundenweise abgerechnet.

Wenn ich also der Meinung bin, ich müsste die Gemeinschaftsküche mit Elektrizität versorgen, und komme am Monatsende auf 100 Stunden, kann ich mir 20 Überstunden auszahlen lassen.

Im letzten Monat gab es Probleme mit dem Trinkwasser. Da sprudelte am Monatsende nicht nur das Wasser, sondern auch das Geld.

Nun, im Frühjahr, fängt die Vegetation an zu wachsen, da werde ich jemanden einstellen, der den ganzen Tag mit der Motorsense rumläuft und Gras mäht. Ebenfalls brauche ich einen Maurer und einen Wasserinstallateur.

Für mich gibt es dennoch genug zu tun. Die Elektrik im Bad und in Meditationsraum verkabeln, den Gemüsegarten in Schuss halten, eine Werkstatt einrichten und die Organisation von allem.

Organisation ist ein eher undankbarer Job. Die meisten Menschen sind spontan unzuverlässig, haben nichts auf dem Kasten, und eine Frage wie: „Kannst du bei mir zum Rasenmähen vorbeikommen?“ wird gerne mit dem Lebenslauf und der Klärung sämtlicher familiärer Verhältnisse beantwortet, aber ohne ein Wort zum Rasenmähen.

Wenn das Santuario bewohnbar ist, werde ich freiwillige Helfer suchen, die mir bei den Arbeiten helfen.

Eine junge Dame aus São Paulo hat sich schon angemeldet, die mir ihre Reinigungskraft anbietet, einen anderen Interessenten habe ich, der sich mit Permakultur auskennt. Optimal für den Gemüsegarten..

Das ist sozusagen der weltliche Weg, den ich gerade gehe.

Das andere ist der spirituelle Weg, auf dem ich meine Leidenschaft zum Schamanismus weiter entwickle. Die regelmäßigen Ajahuasca Zeremonien sind dabei unglaublich hilfreich, und der Weg, auf dem ich mich befinde, wird zunehmend individueller und heftiger.

Hätte mir vor meiner Abreise aus Deutschland jemanden gesagt, was mir hier passieren wird, so hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht und insgeheim gedacht: „mit 10% davon wäre ich schon zufrieden!“

Manchmal, wenn ich mich in den sumpfigeren Teilen des Sees aufhalte, habe ich das Gefühl, Meister Yoda beobachtet mich.

Da aller guten Dinge drei sind, fehlt noch eins, und das ist die Zukunft.

Und die scheint sich gerade als „very german“ herauszustellen. 

Ich hatte letztes Jahr mal ein 3 Liter Glas Sauerkraut für die Küche von Flor das Aguas gespendet. 6 Monate hat es vor sich hingereift, dann kam es auf den Tisch. Aber nicht nur intern, sondern beim Abendessen einer Veranstaltung mit ca 80 Gästen.

Da viele Brasilianer deutsche Wurzeln haben, ist das Verlangen nach Sauerkraut recht groß. 

Ungefähr genauso groß wie mein Erstaunen, als ein viele der 80 Gäste nach dem Essen zu mir kam und sich für das tolle Sauerkraut bedankte.

Vor einer Woche habe ich mit meiner Yogalehrerin gesprochen. 

Auch sie hat deutsche Wurzeln und weiß den fermentierten Kohl zu schätzen.

Darüber weiß sie nicht nur aus spiritueller Sicht, dass es sich um eine Nahrung mir einer „hohen Frequenz“ handelt, sie hat ebenfalls ein ausgedehntes Netzwerk für den Vertrieb.

Quasi eine Frau, die weiß wovon sie spricht und von vielen gehört wird.

 Darüber hinaus verfügt sie über eine Garage, die man kurzerhand zur Sauerkrautküche umfunktionieren und als Lagerraum für die ersten sechs Monate nutzen kann.

Insoweit läuft also alles prima.

Was gerade nicht läuft, ist mein VW Bus, da ich einfach nicht dazu komme, ihn zu reparieren. Ist aber auch nicht so schlimm, da ich wegen mangelnder Aufenhaltserlaubnis eh keine neuen Papiere für dieses Jahr bekomme. In Brasilien wird jährlich der Fahrzeugschein ausgedruckt, natürlich nach einer kleinen bürokratischen Überprüfung.

Die Nebenschauplätze sind also der Besitz einer Arbeitsgenehmigung, und der Erwerb eines brasilianischen Führerscheins, der alle 4 Jahre erneuert werden muss. (Nicht wie bei uns, wo Scheintote noch am Straßenverkehr teilnehmen)

Das Abmelden eines Fahrzeugs ist übrigens nicht möglich. Wer ein Fahrzeug besitzt, zahlt Steuern, ob es fährt oder im See liegt, ist egal.

Da der Bus aber ca 100 Euro Steuer und Haftpflicht pro Jahr kostet, ist das noch in Ordnung…

Es wird also in Zukunft noch viel zu berichten geben, wobei der nächste Artikel wahrscheinlich die Herstellung von Ajahuasca betrifft, denn Ende August ist „Feitio“ (fejtschiju).

Sechs Tage lang Pflanzen ernten, kleinstampfen und kochen. Traditionell geht das rund um die Uhr, bei uns wird nur tagsüber gearbeitet.

Und damit die Frequenz stimmt, gibt es hin und wieder ein Schlückchen Zaubertrank…

Ich bis sowas von gespannt!

 

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