Gestatten, Wunja

Anläßlich der Frühlings Tag- und Nachtgleiche gab es wieder eine wunderschöne Daime Zeremonie.

Das Universum überschüttete mich wieder mit Weisheit, doch das Verarbeiten der Informationen führte zu einer fast schlaflosen Nacht, und das Bisschen Schlaf, dass ich fand, wurde von übelsten Träumen geprägt.

Die große Überraschung kam allerdings am nächsten Tag!

Am frühen Morgen war ich wieder in meinem Haus, zusammen mit Kopfschmerzen ( hatte ich schon seit zwei Tagen) und den leidigen Erinnerungen an die vergangene Nacht.

Ich hatte mir etwas Sorgen um Helene gemacht, da sie keinen Hausschlüssel hat, und entgegen ihrer Gewohnheit das Wochenende draußen schlafen musste, während die Opossums auf meinem Dachboden unterwegs waren.

Aber das Hühnchen saß quietschfidel in meinem Beet…

Zur Mittagszeit legte ich mich etwas hin und wurde von mir unbekanntem Knurren und Jaulen geweckt, dass unter meinem Schlafzimmerfenster entstanden ist.

Ich teleportiert aus dem Bett ans Fenster und sah noch etwas kleines Dunkles um die Ecke huschen, gefolgt von Jiva.

Wasserschwein? Mader? Opossum?

… Sind alle eher nachtaktiv…

„Timendi causa est nescire“ Ignoranz ist der Grund der Angst.

Also nachgucken.

Jiva stand hinter dem Haus vor einem Mauerloch, in dem ich sonst mein Brennholz getrocknet hatte. Bis Cleber, einer der Eigentümer seinen ganzen Müll da eingelagert hat.

Ich näherte mich dem Loch, stocherte ein Wenig mit einem Wanderstab im Dunkeln herum. Die Antwort war ein  ebenso dunkles, brummendes Knurren!

Jiva verhielt sich auffallend cool, nicht so wie bei Gürteltieren oder ähnlichen Nachbarn.

Ich spähte ins Dunkle und erblickte zwei glänzende Augen, eingerahmt von zwei hellen Ohren.

Das sah wie ein Hund aus!

Ich stellte etwas Hundefutter vors Loch und raus kam ein halb verhungertes Hundekind, das gerade seine Milchzähne verliert.

„Gibst du einem Hund Fressen, hast du einen Vertrag!“ erinnerte ich die Worte meiner Kräuterfrau aus Uruguay.

Interessanter Weise reagiert Jiva überhaupt nicht eifersüchtig oder aggressiv. Ihr ständiges „ich bin die Chefin“-Gehabe fehlt völlig, sie Teilt ihr Futter und hilft sehr freundlich bei der Erziehung.

Wenn ich die Kleine streichle, sitzt sie geduldig daneben und ist völlig entspannt.

Für mich heißt das, dass Jiva grünes Licht gegeben hat.

Also fragte ich die Runen nach einem Namen.

Wunja, die Wonne!

Schon am zweiten Tag ging sie mit uns spazieren und erkundet neugierig aber vorsichtig  das Gelände am See.

Helene hat noch etwas Angst vor ihr, aber Wunja ist weit davon entfernt, aggressives Verhalten zu zeigen. Sie will mal an Helene schnuppern, das ist aber auch alles.

Die Gänse interessieren sie überhaupt nicht, und in Jiva sieht sie sowas wie eine große Freundin.

Und ich weiß, dass Jiva eine tolle Lehrerin ist. In Sachen Erziehung werde ich viel von ihr lernen und Wunja wird mit Sicherheit eine ganz tolle Hündin!

Jetzt muss ich die beiden Eigentümer nur noch von der Notwendigkeit eines neuen Hundes überzeugen…

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