Tierheim in Brasilien

Hausmeister bei der ArbeitVor knapp einem Monat bin ich im Santuario da Pachamama eingezogen. Die Veränderung im Vergleich zu meinem Haus am See könnte nicht größer sein.

Aus drei Hunden sind jetzt 110 geworden, aus einer Katze ungefähr 9, dazu drei Pferde und zwei Kühe. Von denen eine gekalbt hat.

Mein Haus

Das Grundstück hat eine Größe von ca 5 Hektar, wovon 20% unter Naturschutz stehen, um die ursprüngliche Vegetation zu erhalten. Die Viehzucht hat der Artenvielfalt stark zugesetzt, sodass die Uneinsichtigkeit der Menschen gesetzlich reguliert werden muss.

Früher gehörte das Grundstück, dass ich fast schon Anwesen nennen möchte, einem Italiener. Der hat hier Ahorn und  Eichen, sowie mediterrane Kräuter gepflanzt. 

Hier stehen Orangenbäume, Lorbeer, ca 30 Jahre alte Rosmarinbüsche, Zitronen und vieles mehr.

Die Inhaber Maura und Rick halten sich vorzugsweise in São Paulo auf, um Sponsoren und finanzielle Helfer zu suchen. Weiterhin versuchen sie, ihr Luxusstrandhaus in Paraty zu verkaufen. Momentan vermieten sie es am Wochenende für umgerechnet 1000 Euro pro Tag. Leider nicht oft genug.

Das gesamte Tierheim kostet momentan 10.000 Realis, also etwas über 3000 Euro pro Monat, was hier in Cunha ca 5 durchschnittlichen Monatseinkommen entspricht.

Die gesamte Arbeit hängt somit an der 57 jährigen Mira und ihrem Mann Noriwal, sowie einem Gärtner, der jeden Samstag vorbei kommt.

Jeden Tag werden über 30 kg Trockenfutter mit Reis und Fleisch von Mira verarbeitet. Norival hilft beim Saubermachen der Zwinger und dem Verteilen des Futters. 

Morgenritual Hundefutter

 

Jeder Hund bekommt einen Napf mit seiner Ration und bei Bedarf Medikamente.

Eine Hündin leidet an Epilepsie, ein alter Rüde hat Herzprobleme, Hautausschläge und Ekzeme sind normal.

Die Hunde kommen von der Straße oder aus miserablen Verhältnissen und bedürfen viel Pflege und Zuwendung, die mit so wenig Personal nicht wirklich abzudecken ist.

Mit mir ist Ana, eine Brasilianerin hier angekommen, um auszuhelfen. Eigentlich wollten wir den Bereich Social Media übernehmen, um die Vermittlungsrate für Adoptionen zu erhöhen, doch in Anbetracht der täglichen Arbeit helfen wir hauptsächlich bei der Versorgung der Tiere und beim Saubermachen der Zwinger.

Der Tag beginnt um 06:00 Uhr mit unbeschreiblichem Wolfsgeheule. In meiner direkten Nachbarschaft, also bis ca 20 Meter Entfernung wohnen ca 20 Tiere. Der Rest ist durchaus in Hörweite.

Um 07:00 Uhr treffen wir uns in der Küche des Haupthauses. Mira bringt den am Vorabend gekochten Reis mit und vermengt ihn mit Trockenfutter und etwas Fleisch.

Dann werden für einen Zwinger nach dem Anderen die Näpfe gefüllt und ausgeliefert.

Eines der Dog houses

 

Über Nacht sind die Hunde in den Zwingern, tagsüber werden sie raus gelassen, aber immer so, dass es keine Streitigkeiten von rivalisierenden Rudeln gibt.

Ich versorge meine Hunde, drei Welpen, einen Zwinger mit fünf Hunden, drei, die frei draußen schlafen, sowie das Baumhaus, das als flexible Auffangstation für Neuzugänge oder Hunde mit medizinischer Betreuung dient.

Wir machen ungefähr die Hälfte der Hunde zusammen bis 09:00 Uhr, die andere Hälfte leistet Mira und ihr Mann alleine, weil die Zwinger auf einem anderen Grundstück stehen.

Um 16:00 Uhr ist das zweite Treffen in der Küche, und wieder kommt Mira mit dem vorbereiteten Reis, und die Prozedur wiederholt sich.

Dazwischen kümmert sich Norival um die Pferde, deren Futter aus einer schilfartigen Pflanze besteht, die geerntet und gehäckselt werden muss. Mira übernimmt die Katzen, die ihr eigenes Stockwerk im Haupthaus haben.

Odin, Jiva und Minie aus dem Hauptgebäude

Ich kümmere mich in der Zwischenzeit um die technische Infrastruktur, d.h. das Einrichten einer Werkstatt und allgemeine Reparaturen im Wohnhaus und an den Zwingern. 

Für die Arbeit im Internet steht ein Satelitenzugang zur Verfügung, der je nach Tageszeit an die Übertragungsgeschwingigkeit eines 64K Modems erinnert.

Dazu kommt, dass bei Gewitter, das gesamte System abgeschaltet werden muss.

In der Vergangenheit sind viele Elektrogeräte durch blitzbedingte Überspannung zerstört worden.

 

Jetzt, in der Regenzeit, haben wir täglich für ein bis drei Stunden Gewitter, und somit kein Internet.

Oh… ich hätte fast die Hühner und Enten vergessen, die hier leben, aber fast keinen Aufwand verursachen. 

Diese Woche haben wir 5 Hennen und zwei Küken dazu bekommen.

Dazu drei neue Hunde. 

Dafür wurde ein Hund vermittelt.

Es gibt also viel zu tun und ich bin gespannt, was uns in Zukunft erwartet.

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