In den Bergen 1

Obwohl wir gerade in Brasilien Trockenzeit haben, hat es in der Nacht von Freitag auf Samstag geregnet. Luiz, der Fahrer wollte mich Samstag mittag mit seinem Landrover Defender abholen, um mich in die Berge zu bringen.
Doch aufgrund der aufgeweichten Straßen konnten wir nicht den kürzesten Weg nehmen. Wegen 10 Metern “unpassierbar” fuhren wir 20 km weiter als nötig…

Brasilien eben.

Als wir auf 1450 Metern angekommen sind, hingen die Regenwolken in den Bergen und die Temperatur betrug ca .10 Grad Celsius.

Meine Unterkuft ist ein zugiger Schuppen, mit einem Schrank, einem Bett un einem Badezimmer. Weiterhin 2 Kühlschränken, einem Tisch, einem Gasherd und anderen Dingen, die man irgendwo abstellen möchte.

Zufällig bin ich über eine Sammlung von Regeln aus dem alten Japan gestolpert, die mir hier wieder in den Sinn gekommen sind.

  1. Ich bin in keinerlei Hinsicht voreingenommen.
  2. Ich strebe nicht nach Behaglichkeit.
  3. Ich überschätze mich nicht, schätze jedoch das Volk sehr.
  4. Ich bleibe mein ganzes Leben lang frei von Habgier.
  5. Ich bedaure niemals, was ich getan habe.
  6. Ich habe keine Vorlieben oder Abneigungen.
  7. Ich lehne keinerlei Unterkunft ab.
  8. Ich beanspruche kein wohlschmeckendes Essen für mich selbst.

Mit dem Essen muss ich aber gestehen, dass sich Valkyria, die Frau von Vanderlei, meinem Auftraggeber, große Mühe macht.
Sie ist einer der Gründe, weshalb ich die Arbeit hier angenommen habe.
Eine Frau mit 90% indigener Abstammung zu treffen, die den Namen “Valkyria” trägt… wenn das kein Zeichen ist…

Heute morgen bin ich dann erst mal spazieren gegangen, I Morgennebel erschloss sich mir eine fast magische Landschaft, wie ich sie bisher nur in Dänemark oder Norwegen erlebt habe. Zugegeben, der Zitronenbaum ist etwas unüblich, aber sonst stimmt alles.

Farbtupfer im Morgennebel

Ich bin sicher, ich werde hier nicht nur als Zimmermann arbeiten.

Nach meinem Kurs “Feuerlaufen” im Source Temple habe ich von Gilmar, meinem Ogernachbarn, den Titel “Patjei” bekommen, was in der indigenen Sprache soviel wie “Schamane” bedeutet.
Dann wollen wir mal die zwei Welten bedienen! Bin gespannt, was alles passiert—

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