Kategorie-Archiv: Kultur

Vinicius der Bäcker

Irgendwann habe ich eine These aufgestellt: „Wenn jeder beruflich das machen würde, was ihm Freude macht, und das zu Konditionen, die ihm ein Leben ermöglichen, hätten wir nicht nur keine Arbeitslosen, sondern vorwiegend zufriedene Menschen und von allem genug für alle.“
Nun kann man sagen, dass das Modell nicht funktioniert, weil die Rahmenbedingungen so etwas nicht zulassen. Das mag für Deutschland mir Sicherheit zutreffen, aber in Brasilien geht es.

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Tom Sawyer

Wieviele Bücher aus unserer Vergangenheit haben ein Feuer der Sehnsucht in uns entfacht, die gleichzeitig, bedingt durch das Format „Roman“, in ein Einmachglas eingesperrt wurde, wo sie seitdem als unbefriedigte Erinnerung verwahrt wird?
Tom Sawyer von Mark Twain ist eines dieser Bücher für mich.
Die ungewöhnlichen Weisen, auf die Tom versucht, seine Wünsche zu verwirklichen, seine Abenteuer, die Freundschaft zu Huckleberry Finn, der in einer friedlichen Naturverbundenheit lebt, und das alles eingebettet in die fast noch ursprüngliche, natürliche Umgebung des Mississippi, auf dem als größte Innovation Schaufelraddampfer fahren.
Kein Stress, keine Termine, keine Umweltverschmutzung, kein Krach, im Grunde genommen ein Paradies.

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Sharing is caring – teile und beherrsche dein Leben

In São Thomé sind die finanziellen Mittel recht knapp. Die Touristen sind die einzige Einnahmequelle für die Einwohner, ansonsten wird noch ein Steinbruch betrieben, aber ich habe nicht das Gefühl, dass die Einwohner davon nicht viel abbekommen.
Das Leben geht aber trotzdem. Nur ein bisschen anders, als in Deutschland.
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Nele und die Schneiderinnen

Nach einem Jahr unterwegssein wird das ein oder andere Material doch etwas in Mitleidenschaft gezogen. Das iPad, das MacBook, die Kamera und natürlich die Klamotten.
Und während ich den Weg zur Schneiderei gehe, wird mir die Vergänglichkeit aller Dinge bewusst weil irgendwann ein Zeitpunkt kommt, an dem die Hose nicht mehr zu flicken ist.
Was ein Gang zum Schneider, abgesehen von solchen Gedanken, noch bewirken kann…
Ich sollte öfter zum Schneider gehen…
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24.12. Weihnachten in Brasilien

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt….
Ich wollte seit sehr langer Zeit einmal Weihnachten alleine verbringen. Mit den Hundis ja, aber sonst alleine. Seit ich Source Temple verlassen habe, schien dieser Wunsch Gestalt anzunehmen. Doch dann habe ich aus irgendeiner Gutmenschenlaune heraus zugesagt, dass ich bei Flor das Aguas bei den Vorbereitungen für das Neujahrsretreat aushelfe. Und so war ich natürlich auch zur Weihnachtsfeier eingeladen…

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Wenn eine Tür zu geht, gehen andere auf

„Man darf einfach nicht glauben, was im Internet steht.“ Irgendwo habe ich gelesen, dass sogar Albert Einstein das gesagt hat.

Somit waren auch die Informationen über den Kauf von Fahrzeugen in Brasilien nicht ganz korrekt. Um genau zu sein etwas veraltet.

Ich war heute mal wieder beim Despachante, da die Papiere nun endlich fertig sind, und der hat mir gesagt:“Ausländer können in Brasilien kein Fahrzeug auf sich anmelden. Nur wenn sie ein permanentes Visum haben, oder eben die Brasilianische Staatsangehörigkeit haben. Der Wohnsitz alleine reicht nicht mehr.“ Auf die Frage, weshalb er mir das nicht gleich am Anfang gesagt hat, antwortete er: „Das habe ich nicht gewusst.“

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Mein Leben mit Shrek

Wer kennt ihn nicht, den grünen Kinohelden, der mit seiner urig-sympathischen Art die Herzen der Besucher und das Herz der Königin erobert hat?
 Er ist sehr bestimmend, trotzdem sensibel, wenn es drauf ankommt hart, aber auch sehr gefühlvoll, wenn es Zeit dafür ist. Ein Lebenspartner, wie viele sich ihn erträumen.

Der einzige Nachteil: Er ist ein Oger!
Ein grünes Fabelwesen mit furchterregender Kraft.

Nun, nach meinem Umzug auf das Nachbargelände halte ich Oger nicht mehr für Fabelwesen. So, wie man manche Menschen sieht und denkt:“WOW! Das ist ein richtiger Zwerg! Mit Bart, Bauch, hoch wie breit… echter, lebendiger Zwerg!“, so habe ich einen Oger gesehen.
Er wohnt neben mir…

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Spirituelles IV – Die Schlingpflanze im christlichen Kleid

Die Nachbargemeinde Flor del agua ist eher ein spirituelles Hotel als eine Gemeinschaft. Ganz genau habe ich da noch nicht durchgeblickt. Was sie aber am Wochenende regelmäßig machen, sind Ajahuasca Zeremonien. Über die Pflanze habe ich schon ein wenig geschrieben geschrieben, allerdings war der Rahmen der Veranstaltung ein völlig anderer…

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Umbanda – tote Hühner am Strand

Wenn mich jemand fragen würde, was in Südamerika anders ist, als in Europa, würde ich antworten: Alles!
Die Kultur ist geprägt von den Überbleibseln christlicher Fanatiker und Freimaurer (vor allem in Uruguay) gemischt mit den durch die Sklaverei importierten Religionen Afrikas.

Plaza de independencia

Kurz gesagt, der Satz „Der Teufel scheißt immer auf den gleichen Haufen“ muss hier umgenannt werde in „Viele Teufel habe hier auf einen Haufen geschissen“.

Im normalen Touristenbetrieb merkt man davon nicht viel. Doch wenn man morgens an den Strand geht, und zwei schuhkartongroße Pappschachteln findet, in der jeweils ein totes Huhn liegt, bekommt man eine Ahnung, dass hier einiges Hinter den Kulissen des normalen Lebens läuft.

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Full moon Party

Bis letztes Jahr gab es in der Nachbarcommunity immer Vollmondfeste. Das waren monatlich kleine Konzerte mit Essen, Getränke und einer Teilnehmerzahl, dass für die Feste sogar Eintritt verlangt wurde. Im Sommer kamen die Gäste sogar vom 30 km entfernten Las Palmas, einem Urlaubsort, in die Berge.

Mondaufgang
Mondaufgang

Doch wie das oft ist, benötigen wachsende Events auch mehr Organisatoren und dann kommt der Punkt, an dem viele Köche den Brei verderben.

Die großen Parties gibt es nicht mehr. Dafür macht die Community, in der ich gerade wohne, ihre eigenen kleinen Vollmondfeste.

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