Landkommunenhippie I – Die Ankunft

Ich wusste nicht viel über meine Hosts, die ich über eine Work and Travel Plattform im Internet kennen gelernt habe. Eine Familie mit zwei Kindern, die im Hinterland ein Haus gebaut hat, und nun noch ein Bisschen Hilfe gebrauchen kann. Er kommt aus Finnland, heißt Magnus und ist Mitte vierzig, seine Frau Veronica ist Uruguayerin, hat Eltern, die in Argentinien leben. Der Junge, Lorenz, ist ein einhalb Jahre alt, seine Schwester Fauna 4.

Zum ersten Mal trafen wir uns, als ich in Rocha angekommen bin und von ihnen abgeholt wurde. Magnus saß am Steuer eines VW Gol Kombi, einer südamerikanischen Ausgabe unseres Golfs, Vero saß mit beiden Kindern hinten. Lorenz wurde gerade gestillt, Fauna machte splitternackt Turnübungen im Kindersitz. Ich setzte mich mit Nele auf den Beifahrersitz, mein Gepäck kam in den Kofferraum.

Eine kurze Vorstellung erfolgte, dann ging es zum Gemüsehändler und zum Bäcker, bevor die Fahrt in das 18 Km entfernte Domizil, meiner neuen Heimat, angetreten wurde.
Schnell hatten wir den kleinen Ort verlassen und fuhren auf einer Sandpiste Richtung Berge.

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Hotel California – Montevideo Feb. 2016

Es war für mich immer schwer zu verstehen, dass die von den Eagles im Lied „Hotel California“ geschilderte Situation real sein könnte. Das Hotel, in dem eigentlich alles gut ist, das man aber nicht mehr verlassen kann.
Ich habe mittlerweile in vielen Hotels meine Nächte verbracht, und in einigen recht merkwürdige Menschen kennen gelernt. Menschen, die den Winter über auf Mallorca verbringen, weil die Lebenshaltungskosten in einem all inclusive Hotel geringer sind, als in Deutschland, oder den australischen Farmer in Jogjakarta, Indonesien, der dort seine Rente mit Bier und Prostituierten durchgebracht hat.

Auch in Montevideo Uruguay war wieder ein Fall, der mich immer wieder das Lied „Hotel California“ in meinem Kopf hat abspielen lassen.
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Die Roboter der Wirtschaft

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Es ist mir in Deutschland gar nichts so aufgefallen, doch hier, in der Fremde, wo man als Neuer alle Eindrücke viel deutlicher wahrnimmt, entsteht ein Bild, dass ich mit Farben zu malen nicht in der Lage in.

Ich befinde mich im Hafenviertel von Montevideo, dem wahrscheinlich schäbigsten Viertel von Montevideo. 1,3 Millionen Menschen wohnen in der Stadt in urbaner Großzügigkeit. Angelegt ist die Stadt im klassischen Reißbrettmuster. Mit langen, bereiten Straßen, die Gebäude sind vornehmlich alt, groß, und wenn sie richtig groß und richtig alt sind, auch fast prunkvoll.

Der Hafen ist gar nicht so weit weg
Der Hafen ist gar nicht so weit weg

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Frankfurt – drunter, drüber und davon

„Err Wurtz…“ sagte der freundliche Mitarbeiter der Luftfahrtgesellschaft, nachdem er meine Daten in den Rechner eingegeben hatte. „Ihr Flug war gestern…“
Wäre ich Schriftsteller, würde ich jetzt schreiben, dass sich die Zeit wie eingefroren angefühlt hat. Im Frankfurter Terminal 2 stand alles still….
„Sehen sie ier… no show am 29. Januar…. das war gestern.“
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