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Odin wacht über das Sanktuario

Mein kleiner schwarzer Mäusefänger brauchte noch einen Namen. Für den Ausgleich für all die Christlichen und Hinduistischen Namen in meinem sozialen Umfeld wollte ich etwas aus dem germanischen Bereich haben.

Mein erster Gedanke war Thor. So, wie Thor immer wieder nach Jotunheim zog, um Riesen zu töten, so sollte der kleine Kater schließlich auch Mäuse fangen, um die Kräfte des Chaos im Zaum halten.

Aber spätestens seit irgendwelchen Hollywood Filmen heißt hier jeder noch so stumpfsinnige Kampfhundmischling Thor…

Außerdem habe ich festgestellt, dass der Kater über weit mehr Fähigkeiten als nur Kämpfenverfügt.

Er liebt es, mit Jiva und Wunja verstecken zu spielen und sie an der Nase herumzuführen.

Spielen mit der großen Schwester

Mit seinen großen Augen scheint er jedes Detail der neuen Umgebung aufzusaugen und jeder Winkel wird vorsichtig erkundet.

Außerdem ist er total verschmust und hat regelrechte Rituale für mich entwickelt, die ich vor dem Einschlafen über mich ergehen lassen muss.

Schnurrend über das Gesicht laufen, links neben den Kopf legen, „Miau!“ rufen, über das Gesicht zurück laufen, rechts hinlegen, „Miau!“ rufen, dann schnurrend auf dem Hals liegen bleiben, bis es weiter runter zum Brustkorb geht.

Ich warte nur noch drauf, dass er mit einer Trommel um mich herum rennt.

Am dritten Tag hat er die erste Maus erwischt, also ist er sich zum Kämpfen nicht zu schade.

Da er an einem Ort, an dem das Töten von Tieren unerwünscht ist, die Genehmigung dazu hat, und somit quasi eine Schattenfunktion übernimmt, stand kurzfristig der Name Loki zu Diskussion. Aber der Archetyp Loki wird dem gesamten Umfang des Katers nicht gerecht.

Ich habe die Problematik der Fragestellung mit in die letzte Ayahuasca Zeremonie genommen, seitdem heißt der Kater Odin.

Odin ist der Wanderer und der Gott der Gastfreundschaft. Der Gott der Dichtkunst und der des Krieges. 

Er ist die Vereinigung der Gegensätze und somit vollkommene Harmonie.

Es erscheint mir momentan noch ein wenig unpassend, den kleinen, tapsigen Kerl Odin zu nennen. Doch in der Zukunft wird er in seiner Festung Astgard sitzen, die ich ihm gebaut habe, und über das Geschick des Sanktuarios wachen.

Die zwei Wölfe Jiva und Wunja hat er schon. Der alte Odin hat sein gesamtes Essen den Wölfen Geri und Freki überlassen, und sich nur von Wein und Met ernährt.

Passender Weise hat Wunja die Entsorgung der „gefallenen“ Mäuse übernommen.

Bin gespannt, wann die zwei Raben kommen…

Mäusefänger

Vor einiger Zeit hat mich meine Yogalehrerin Crystal gefragt, ob ich ihr helfen könne, eine schwangere Katze auf einem Bauhof einzufangen und in Sicherheit zu bringen. Sicherheit für Tiere bedeutet in Cunha die Tierauffangstation „Santuario Pacha Mama“, das privat von Maura und ihrem Mann betrieben wird.

Leider konnten wir das Tier an diesem Tag nicht finden.

Später erfuhr ich aber, dass sie die Katze gefunden, gefangen und abgeliefert hat. Zusammen mit der Versicherung, dass einer des Nachwuchses für mich reserviert wird, da ich immer noch meine nagenden Untermieter habe.

Nun war es so weit. Drei der kleinen Katzen hat Crystal privat vermitteln können. Eine davon war für mich.

Wer wird dein Herzblatt? Die schwarze Katze, die schwarze Katze oder die schwarze Katze?

Eine Katze, zwei Kater warteten in ihrem Haus in der Garage. Die kleine Katze sprang sofort unter das Bett, ein Kater stellte sich schützend vor sie, der andere lief recht selbstbewusst durch die Garage und versteckte sich unter einem Tisch.

Er war mir irgendwie sympathisch und als wir ihn einfange wollten, entpuppte er sich als richtiger, kleiner Tiger.

Unsere blutigen Finger überzeugten Crystal und mich, dass wir eher auf Verhandeln setzen sollten.

Tatsächlich klappte es und das kleine, schwarze Monster war in der Transportbox.

Jaguar im Käfig….

Fauchen kann er wie ein Großer, und als Jiva neugierig an der Transportbox schnupperte, sorgte mich kurz die Haltbarkeit der Plastikkiste.

Nun ist es 20:00 Uhr, und er ist erst mal im Badezimmer untergebracht.

Zwei Mal hat er nun miaut, doch immer, wenn ich nach ihm guckte, wurde ich direkt angefaucht. Mal sehen, wie diese Nacht verläuft.

Nach der ersten Nacht habe ich mich entschieden, den Kater draußen zu lassen. Gut alle 10 Minuten hat er miaut… Ich bin zu ihm, habe mit ihm geredet, und alles war gut. Kaum lag ich zugedeckt im Bett, ging es wieder los! Die ganze Nacht durch…

Am nächsten Tag habe ich ihn mit Jiva angefreundet. Jiva liebt Katzen, und ich habe keinerlei Probleme gesehen.

Ein Trick war, dass Jiva versucht hat, ihn mit ihrer Pfote anzustupsen. Leider ist sie in der Beziehung etwas grobmotorisch. Also habe ihre Pfote genommen und den kleinen Kater damit gestreichelt. Nach ca 10 Minuten hat der kleine Versucht, bei Jiva Milch zu trinken, was natürlich nicht geklappt hat.

Hach…

Nun sind sie beste Freunde!

Jiva versucht seitdem immer, ihm in die Beine zu beißen, aber nie mit dem Ziel, ihn zu verletzen. Es ist mehr so ein „Komm! Beweg dich! Du musst groß und stark werden!“

Auch die ungestüme und noch etwas tapsige Wunja hat der kleine Kater ins Herz geschlossen. Nun spielen alle drei Fangen… von der Küche ins Schlafzimmer und wieder zurück.

Nur den Nachbarhund Zorro, der mein Hühnchen Helene gefressen hat, den mag der Miezekater gar nicht.

Zorro kam immer angerannt, wenn er die Katze gesehen hat, und der Kater ist geflüchtet. Dann habe ich Zorro irgendwann heulen gehört. Jetztflüchtet er vor dem Kater…

Die Nächte sind akustisch  ruhiger geworden, allerdings lässt es sich der Kleine nicht nehmen, in meinem Bett und vorzugsweise auf meinem Gesicht zu schlafen…

Dritter Tag – die erste Maus!

Der kleine Kater hat sich unter der Spüle in der Küche versteckt. Jiva stand vor dem Vorhang,der die unschöne Abwasserkonstruktion verdeckt, bis er raus kam, zeigte mir danach aber an, dass da noch etwas ungewohntes ist.

Tatsächlich raschelte es dort. Ich dachte, es sei der leere Sack mit Hundefutter, der sich wieder entfaltet, nachdem der Kater drüber gerannt ist.

Laut Jiva war es etwas anderes. Also sah ich in den Sack hinein und drin saß eine kleine Maus.

Sofort zeigte ich dem Kater seinen neuen Spielgefährten.

Solange die Maus aber im Sack saß, erweckte sie kein großes Interesse. Erst als sie den Fehler machte, und aus dem Sack sprang, um ins Schlafzimmer zu flüchten…

Nun weiß ich, dass der kleine Kater mit tödlicher Präzision teleportieren kann…

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass dieser kleine Kater die Präsenz der starken und selbstbewusste Jiva sowie der unbefangenen, tapsigen und freudigen Wunja sehr gut gebrauchen kann. Auch der nervige Zorro, der Nachbarköter hat seine Aufgabe, um ihn zu einem großartigen Kater zu machen.

Zahnvergleich

Das Haus am See

 

Seit einiger Zeit machte ich mir um einige Dinge sorgen. Eins davon war die Frage nach dem „wo kommt das Geld für das Futter her?“
Ich war zwar wieder in Cunha, wo es beim Metzger Fleischabfälle gratis gibt, nur wollte ich den Hunden nicht ihr Futter wegessen.
Also meldete ich mich bei Flor das Aguas, und die ließen mich in ihr „Sanktuarium“, einem Haus, inmitten der Natur.

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